Christin Bolewski

  • WELTENDE /
    end of the world

  • Bildkonzept

In der digitalen Bildbearbeitung wurde ein erheblicher Aufwand zur Rekonstruktion der Stummfilmathmosphäre geschaffen.

Die Filmkratzer der Schwarzbilder, die Geschwindigkeitsänderungen, die partiellen Unschärfen, die flackernden Weißbilder zwischendurch und die Bildblenden sind so nicht
auf dem Orginalmaterial vorhanden, sondern wurden durch Einzeibildbearbeitung nachträglich mit Harry und Paintbox eingefügt. So entsteht der Eindruck eines zusammengehörenden Quasi-Dokumentarmaterials, welches aus zahlreichen Archivfilmen und einigen Spielfilmausschnitten und
dem Zitieren der Stilmittel des Expressionismus in Malerei, Dichtung, Musik, Sprache und Film zu einer neuen Dramaturgie zusammengestellt wurde.

Die dramaturgische Steigerung in den Kriegsszenen wird durch erhöhte Schnittsequenz und die Einbindung von farbigem Bildmaterial, welches aus Detailaufnahmen zeitgenössischer, expressionistischer Malerei (z.B. Otto Dix "Der Krieg") besteht, erreicht und verweist in seiner ästhetischen Gestaltung auf künstlerisch-expressionistische Stilmittel.

Durch die Verbindung von Schnitt- und Bildästhetik mit der sich nur auf die menschliche Stimme beschränkenden experimentellen Lautkomposition entsteht ein in sich geschlossenes audiovisuelles Werk, welches gleichermaßen die expressionistische Athmosphäre des jungen Jahrhunderts mit den avancierten medialen Techniken des ausgehenden Jahrhunderts zu einer Einheit verbindet.