Christin Bolewski

  • WELTENDE /
    end of the world

  • Inhalt

Mit seinem Gedicht "Weltende" aus dem Jahre 1910 wurde Jacob van Hoddis zum Begründer der deutschsprachigen expressionistischen Lyrik und damit zum Vorreiter für DADA und Futurismus.

In seinem Gedicht spiegelt sich die Auflehnung gegen die wilhelminische Gesellschaft und ein biederes Bürgertum wieder, dessen engstirnige Wertvorstellungen mit zum Ausbruch des 1. Weltkrieges beitrugen. Das Gedicht ist ein Gegenschlag gegen diese Gesellschaft und die damals beginnende Industrialisierung und Rationalisierung der Welt in Form seiner extremen Betonung des Gefühls, des Ausdrucks und der Ironie.

Die in dem Gedicht zutage tretende enge Verbindung von bürgerlicher Gemütlichkeit und allgemeiner Katastrophe wurde in dem Video "Weltende" neu thematisiert. Quasi als audiovisuelle Nachdichtung des Gedichts von van Hoddis benutzt das Video hochmoderne Technologie, um die spannungsgeladene Zeit des Expressionismus nachzuempfinden. Durch die Verbindung von historischem Bildmaterial mit aktueller Schnittästhetik und komplexer Bildbearbeitung wird eine Bogen zur heutigen Zeit und deren leider allzu aktuellen Konflikten gespannt.

Stilistische Zitate des Expressionismus in Malerei, Dichtung, Musik, Sprache und eine sich nur auf die menschliche Stimme beschränkende experimentelle Lautkomposition schaffen eine dichte Athmosphäre und subjektive Interpretation des Gedichts.