Christin Bolewski

  • WELTENDE /
    end of the world

  • Tonkonzept

Die komplette Tonproduktion benutzt als Ausgangsmaterial die menschliche Stimme, nämlich die des Schauspielers Hans Holzbecher, der den Text des Gedichtes "Weltende" spricht und lautmalerisch nachempfindet.

Dieses Ausgangsmaterial wurde durch digitalen Schnitt und Verarbeitung zur Vertonung des gesamten Films benutzt. Orginalgeräusche wie Auto, Eisenbahn, Maschinen, das Drehen der Filmspule des imaginären Projektors, marschierende Soldaten, jubelnde Menschen und expoldierende Geschosse entstehen aus fragmentierten Vokal- bzw. Konsonantenfetzen des Gedichts, die neu kombiniert oder durch Sampling in ihrer Tonhöhe moduliert wurden. Auch die
Athmos (vornehmlich aus Atemgeräuschen) und musikalischen Elemente entstehen ausschließlich durch Schnitt und Sampling aus dem Sprachmaterial.

So intoniert ein 'Stummfilmklavier' die Melodie "Heil dir im Siegerkranz" und imitiert das Rollen der Autoräder während die Ballettänzerinnen sich zum Orgelgesang bewegen, der aus der Bearbeitung der Silbe "Da" im Wort Dachdecker entstand.

In der Abmischung wurde ausschließlich die Positionierung im Stereobild vorgenommen und einigen wenigen Geräuschen etwas Hall unterlegt; es werden keine weiteren Effekte oder elektronische Klangerzeuger benutzt.

Die Vertonung/Komposition ist in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Peter Kiefer entstanden. Als Bezeichnung für unsere Arbeit erschien uns der Begriff "Lautkomposition" am geeignetsten.